{"id":918,"date":"2014-09-03T22:28:00","date_gmt":"2014-09-03T20:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/chriscovery.de\/?p=918"},"modified":"2023-07-12T12:35:24","modified_gmt":"2023-07-12T10:35:24","slug":"etappe-sofia-pazardzik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/09\/03\/etappe-sofia-pazardzik\/","title":{"rendered":"Etappe Sofia &#8211; Pazard\u017eik"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach einer Woche Urlaub vom Urlaub ging es heute endlich weiter. Ich muss zugeben, dass ich die fahrfreie Zeit voll ausgenutzt und das Rad \u00fcberhaupt nicht angeguckt habe. Aber es half nix. Mutti musste nach Hause und ich hatte auch viel von dieser echt sch\u00f6nen Stadt gesehen. Da ich mich bislang noch in keinem Land l\u00e4nger als 8 Tage aufgehalten hatte, wurde es auch h\u00f6chste Zeit, wieder auf die Stra\u00dfe zur\u00fcckzukehren. Denn das hatte ich schon in Ungarn und Serbien gemerkt. Nach einer Woche will man dann schon mal wieder etwas anderes sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der urspr\u00fcngliche Plan war, von Sofia \u00fcber Mazedonien nach Griechenland zu radeln. Aber was sind Pl\u00e4ne schon wert? Ich war noch nie am schwarzen Meer, also das musste jetzt mal sein. Am Dienstag bei meiner Ankunft an der Ferienwohnung habe ich einen Motorradfahrer getroffen, der mir sehr eindringlich empfohlen hat, auf keinen Fall die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Landes Plovdiv auszulassen. Also schraubte ich mir eine Route zusammen, die mich \u00fcber Plovdiv im S\u00fcden Bulgariens nach Burcas im S\u00fcdosten ans schwarze Meer bringen sollte. Plovdiv war mit knapp 160 Kilometer zu weit f\u00fcr eine einzelne Etappe, also war das heutige Ziel Pazard\u017eik. Laut Karte sollte ich nun auch die Hochebene verlassen, was nat\u00fcrlich viele Bergabfahrten bedeute.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings galt es nun auch erst einmal aus Sofia herauszufinden. Ihr kennt mein Orientierungsproblem in Gro\u00dfst\u00e4dten ja inzwischen genauso gut wie ich. Alles blinkt, tausende Menschen und Autos, das \u00fcberfordert mich gelegentlich ein bisschen. So brauchte ich auch \u00fcber 1,5 Stunden, um den Weg aus der Stadt zu realisieren und landete dann nat\u00fcrlich &#8211; auf der Autobahn. Und das war gemein, wollte ich die doch ganz sicher nicht benutzen. Ich hatte einfach die entsprechende Ausfahrt verpasst und als die Stra\u00dfe pl\u00f6tzlich von einer vollen Hauptverkehrsstra\u00dfe zur Autobahn mutierte, gab es keine Ank\u00fcndigung. Ich habe sp\u00e4ter erfahren, dass das auch hier nicht erlaubt ist und die Polizei in solchen F\u00e4llen relativ hart durchgreift. Die beiden Polizeistreifen, an denen ich vorbeifuhr, hat es aber offensichtlich nicht gest\u00f6rt. Zu ihrer Verteidigung muss ich aber auch zugeben, dass es ganz sch\u00f6n warm war und die Klimaanlage au\u00dferhalb des Polizeiautos nur mittelm\u00e4\u00dfig funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Autobahn gut ausgebaut, der Verkehr \u00fcberschaubar und die Steigungen fahrbar sind, f\u00fchlte ich mich trotzdem nicht sonderlich wohl. Zum einen, weil es bis auf ein paar Tankstellen kaum M\u00f6glichkeiten gibt, den bei der W\u00e4rme entstehenden Fl\u00fcssigkeitsverlust auszugleichen und zum anderen: du siehst einfach nix. Keine D\u00f6rfer oder St\u00e4dte, immer nur Autos, LKW und Busse. Ist ein bisschen langweilig. Also verlie\u00df ich bei der Anschlussstelle Vakarel die A1 und kehrte auf die Hauptstra\u00dfe 8 zur\u00fcck. Die Stra\u00dfe wurde zwar nun etwas anstrengender zu fahren, aber wenigstens gab es einiges zu sehen. Unter anderem traf ich in der kleinen Stadt Ihtirman auf ein scheinbar herrenloses, seelenruhig am Stra\u00dfenrand stehendes Pferd, dass gen\u00fcsslich das bisschen Gr\u00fcn vom Seitenstreifen knabberte. Als ich gerade den Fotoapparat in Position brachte, kam ein Fuhrwerk mit zwei Roma an mir vorbei, der eine gr\u00fc\u00dfte, der andere grinste und meinte, ja, so ist Ihtirman. Sehr lustige Gesellen und die ersten Bulgaren au\u00dferhalb Sofias, die auch mal unaufgefordert mit mir gesprochen haben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ihtima-Bulgarien.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/192.168.252.64\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ihtima-Bulgarien-1024x577.jpg\" alt=\"Ihtima-Bulgarien\" class=\"wp-image-668\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ihtima-Pferd.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/192.168.252.64\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ihtima-Pferd-1024x577.jpg\" alt=\"Ihtima-Pferd\" class=\"wp-image-669\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Aus dem Tankstellenpersonal bekommt man hier nur selten ein Wort heraus, was aber definitiv an mir liegt, denn mit bulgarischen Kunden unterhalten sie sich durchaus angeregt.<\/p>\n\n\n\n<p>Streckenm\u00e4\u00dfig wurde es ab hier dann wirklich besser. Ab jetzt ging es n\u00e4mlich gr\u00f6\u00dftenteils entlang des Flusses Marica abw\u00e4rts, durch ein echt sch\u00f6nes Gebirge. Solche T\u00e4ler sind meistens gro\u00dfartig, sie strotzen nur so von Gr\u00fcn.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gebirge-Bulgarien.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/192.168.252.64\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gebirge-Bulgarien-1024x577.jpg\" alt=\"Gebirge-Bulgarien\" class=\"wp-image-670\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>So auch hier, zumindest bis ich nach Belovo kam. Ab hier ging es nur noch seicht abw\u00e4rts, die Bebauungsdichte wurde gr\u00f6\u00dfer, der Flu\u00df industriell genutzt. Somit verschwanden B\u00e4ume und eh ich mich versah, spuckte mich das Gebirge in eine ausgedehnte H\u00fcgellandschaft. Rechts waren die Rodopen zu sehen, links irgendwelche verschleierten Berge. \u00dcber fast 40 Kilometer ging es nur noch bergab, so dass ich kaum treten musste und somit viel Zeit zum Gucken hatte. Allerdings gibt es nix zu gucken&#8230;<br>Die Landwirtschaft wird n\u00e4mlich intensiver und so blickt man haupts\u00e4chlich auf Sonnenblumen- und Maisfelder. Dazu nahm der Verkehr hier stark zu, so dass man irgendwann \u00fcber eine Schneise durch die Felder f\u00e4hrt. Ehrlich gesagt, da waren mir die Schiebepassagen in den Bergen lieber\u2026<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Landschaft-Sofia.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/192.168.252.64\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Landschaft-Sofia-1024x577.jpg\" alt=\"Landschaft-Sofia\" class=\"wp-image-671\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Also ich will wirklich nicht meckern, denn die Stra\u00dfen sind wirklich gut. Aber eben zu wenige. Und die paar, die da sind, werden sehr intensiv genutzt. Alternativrouten \u00fcber D\u00f6rfer gibt es kaum. Denn die meisten Stra\u00dfen, die zu den D\u00f6rfern links und rechts entlang der Hauptstra\u00dfe f\u00fchren, sind Sackgassen. Drei Abstecher in kleinere D\u00f6rfer hab ich allerdings doch unternommen und dabei zwei tote D\u00f6rfer (also ohne menschliche Bewohner) und ein zumindest fast verlassenes Dorf mit vier H\u00e4usern vorgefunden. Hier ist die Stadtflucht offensichtlich viel weiter fortgeschritten als bei uns. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Tour soll Spa\u00df machen! Aber so macht sie \u00fcberhaupt keinen Spa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>So schmiedete ich in Pazard\u017eik auch einen Plan, von dem ich euch beim n\u00e4chsten Mal erz\u00e4hle. In der Familie hat es f\u00fcr ganz sch\u00f6n heftige Diskussionen gesorgt&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer Woche Urlaub vom Urlaub ging es heute endlich weiter. Ich muss zugeben, dass ich die fahrfreie Zeit voll ausgenutzt und das Rad \u00fcberhaupt nicht angeguckt habe. Aber es half nix. Mutti musste nach Hause und ich hatte auch viel von dieser echt sch\u00f6nen Stadt gesehen. 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