{"id":911,"date":"2014-08-29T19:55:45","date_gmt":"2014-08-29T17:55:45","guid":{"rendered":"https:\/\/chriscovery.de\/?p=911"},"modified":"2023-07-12T11:58:24","modified_gmt":"2023-07-12T09:58:24","slug":"etappe-pirot-sofia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/08\/29\/etappe-pirot-sofia\/","title":{"rendered":"Etappe Pirot-Sofia"},"content":{"rendered":"\n<p>Trotz des \u00c4rgers \u00fcber den Campingplatz von letzter  Nacht ist meine Meinung gegen\u00fcber den Serben ungebrochen gut. Schwarze Schafe gibt es schlie\u00dflich \u00fcberall und 99,99 Prozent der Serben, die ich getroffen habe, waren gro\u00dfartig. Und so sollte auch der Grenz\u00fcbertritt wieder eine lustige Angelegenheit werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Stra\u00dfe gestern Abend extrem voll war und gerade t\u00fcrkische LKW-Fahrer scheinbar die N\u00e4he zu mir suchten, war es heute morgen erstaunlich leer und so bew\u00e4ltigte ich die restlichen 15 Kilometer bis zur Grenze auch fast in einem Rutsch. Nur ein kurzer Zwischenstop in Dimitrovgrad war eingeplant, um meine restlichen Dinar loszuwerden, indem ich meine Vorr\u00e4te auff\u00fcllte. Die Stra\u00dfe stieg zwar permanent an, aber das wusste ich ja inzwischen. Wo es hoch geht, geht es auch wieder bergab. So zumindest meine Erfahrung &#8211; bis jetzt. Als ich an der Grenze ankam, musste ich mich an einer schier unendlichen langen Schlange an Lastern vorbeidr\u00e4ngeln, denn deren \u00dcbergang war offiziell noch gesperrt. Daher also die Ruhe auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Grenze-Serbien-Bulgarien-LKW.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Grenze-Serbien-Bulgarien-LKW-1024x577.jpg\" alt=\"Grenze-Serbien-Bulgarien-LKW\" class=\"wp-image-639\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Grenze-Serbien-Bulgarien.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Grenze-Serbien-Bulgarien-1024x577.jpg\" alt=\"Grenze-Serbien-Bulgarien\" class=\"wp-image-640\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Autos und auch Fahrr\u00e4der durften allerdings passieren und so stellte ich mich hinter einigen Autos in die Schlange. Da es nur sehr schleppend voran ging, nutzen 3 Belgier auf dem Weg nach S\u00fcden die Zeit f\u00fcr einen kleinen Plausch mit mir. Sehr verwegen aussehende Typen, die auch gleich die Aufmerksamkeit der Z\u00f6llner auf sich zogen. Da ich gerade so angeregt mit ihnen gequasselt hatte, kam einer der Herren auch zu mir und verlangte nach meinem Pass. Er sah mir ernst in die Augen und fragte, ob ich im Besitz von Marihuana w\u00e4re? Ich verneinte entsetzt! Noch nie in meinem Leben habe ich Drogen genommen. Er bekam einen flehenden Gesichtsausdruck. Zwei Gramm w\u00fcrden ihm reichen&#8230; Ah, daher wehte der Wind&#8230; <em>Nee, ich habe selber nix. Ich kann leider nichts f\u00fcr Sie tun<\/em>. Er grinste und schickte mich vor zur Passkontrolle. Das belgische Auto haben sie allerdings genauer unter die Lupe genommen. Ja, auch die Serben sind nicht frei von Vorurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bulgarische Z\u00f6llner war jedoch &#8217;ne ganz andere Nummer. Er patzte mich direkt an. Da ich sein Englisch auf Grund seines Akzentes jedoch nicht gleich verstand, entschied ich mich mal wieder f\u00fcr die bl\u00f6d-gucken-Strategie, was mir allerdings nur einen <em>Ey, sprichst Du kein Englisch?<\/em> Anranzer einbrachte. Doch, und zwar genauso schlecht wie du, dachte ich und konnte mir \u00fcberhaupt nicht erkl\u00e4ren, warum wir solche Sprachprobleme hatten. Er winkte mich ziemlich genervt weiter. Mir war es egal. Nur noch 55 Kilometer bis Sofia, lass den Grenzer doch bocken.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Wegweise-nach-Grenze-Bulgarien.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Wegweise-nach-Grenze-Bulgarien-1024x577.jpg\" alt=\"Wegweise-nach-Grenze-Bulgarien\" class=\"wp-image-638\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Sofia, liebe Freunde, liegt \u00fcbrigens auf einem Hochplateau. In etwa 450 Metern H\u00f6he. Um allerdings auf 450 Meter zu kommen, muss man erst einmal einen ziemlich gewaltigen Bergkamm \u00fcberqueren, der einen bis auf fast 1000 H\u00f6henmeter f\u00fchrt. Und das ziemlich steil. Soviel also zu <em>Wo es hochgeht, geht es auch wieder runter.<\/em> Bulgarien hat allerdings nur drei verschiedene H\u00f6henarten: Hoch, noch h\u00f6her und schwarzes Meer. So war ich leider wieder auf einige Schiebereien angewiesen, denn fahrbar war die Stra\u00dfe nicht. Aber okay, was solls, ich bin es ja inzwischen gewohnt. Jetzt hie\u00df es eh erstmal mit bulgarischem Geld eindecken und das Kostenniveau testen. Also war mein erster Stop die Stadt Dragoman, 23 Kilometer hinter der Grenze.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/etappe-pirot-sofia-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/etappe-pirot-sofia-2-1024x577.jpg\" alt=\"etappe-pirot-sofia-2\" class=\"wp-image-636\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/etappe-pirot-sofia.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/etappe-pirot-sofia-1024x577.jpg\" alt=\"etappe-pirot-sofia\" class=\"wp-image-637\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Und hier bekam ich was vor meine Kultur-Stirn. Denn es schien tats\u00e4chlich alles noch \u00e4rmer als in Serbien. Sobald man die gut ausgebaute E80 verlassen hat, sind Stra\u00dfen nur noch andeutungsweise vorhanden. Die H\u00e4user waren in einem miesen Zustand und Menschen kaum zu sehen. Einen Geldautomaten konnte ich nicht ausfindig machen. Also weiter und zwar schnellstens. Ich hatte doch nie geh\u00f6rt, dass Bulgarien ein derart bitterarmes Land ist. Der n\u00e4chste Ort war schon wesentlich sch\u00f6ner. Nicht toll, aber wenigstens nicht ganz so heruntergekommen wie Dragoman und ich fand sogar einen Geldautomaten. Je weiter man in Richtung Sofia kommt, desto <em>besser<\/em> wird es. Jetzt gab es wieder B\u00e4ume und die Stra\u00dfe war jetzt vierspurig mit Standstreifen. Gut so, denn in der Zwischenzeit hatte irgendwer den St\u00f6psel an der Grenze gezogen und die brummende Schwerlastherde losgelassen, die nun in extrem gro\u00dfer Menge an mir vorbeistr\u00f6mte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei waren die noch gar nicht einmal so problematisch wie eine andere Verkehrsteilnehmergruppen. Deutsche, vorwiegend aus dem Ruhegebiet und Berlin in 3er und 5er BMW, die scheinbar <em>auf Weg zu Bes\u00fcsch bei Fwandschaft<\/em> waren. Liebe Landsleute mit t\u00fcrkischen Wurzeln: <em>Ey Digga! Is n\u00fcsch eure alleinige Stra\u00dfe!<\/em>  <em>Ich hab alle eure Nummernschilder und schei\u00df euch an, wenn ich wieder zu Hause bin.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mal im Ernst. Sorry, aber ihr fahrt echt wie die Henker und das, obwohl der Bulgare an sich ein sehr vern\u00fcnftiger Autofahrer ist. Kein Grund, st\u00e4ndig gef\u00e4hrlich in den Gegenverkehr zu fahren. Und liebe Bulgaren, hier h\u00e4tte ich mir echt mehr Polizeipr\u00e4senz gew\u00fcnscht. Der erste Teil bis Slivnica ist f\u00fcr Radler die H\u00f6lle. Erst danach wird es besser.<\/p>\n\n\n\n<p>In Sofia angekommen, hatte ich wieder mein \u00fcbliches Gro\u00dfstadtproblem. Da meine Mutter erst am n\u00e4chsten Tag ankommen w\u00fcrde, war ich f\u00fcr diese Nacht noch einmal auf einen Campingplatz angewiesen, den es auch in Sofia geben sollte. Google hatte n\u00e4mlich ganz sch\u00f6n viele Ergebnisse parat. Wie der Campingplatz hei\u00dft und wie teuer er ist und wie die Qualit\u00e4t ist&#8230; das alles wusste ich bereits. Nur nicht, wo er war. Erst durch viel Gesuche fand ich endlich die Geokoordinaten und lie\u00df mich dann vom Navi hinf\u00fchren. Sollte jemand ebenfalls da hinwollen, ich bin auf diesen Artikel gesto\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<p>DER CAMPINGPLATZ IN SOFIA IST DIREKT AN DER E80 &#8211; FAHRTRICHTUNG PLOVDIV. IM S\u00dcDOSTEN SOFIAS. IHR M\u00dcSST DURCH DIE GANZE STADT!!!<\/p>\n\n\n\n<p>Das musste mal gesagt werden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Lustig war die Preisliste:<br>Stellplatz Zelt: 15 Lev <br>H\u00fctte: 25 Lev<br>Dusche und Fahrradaufbewahrung in einer H\u00fctte (die dann nat\u00fcrlich nicht mehr zu vermieten ist) 25 Lev.<\/p>\n\n\n\n<p>Ratet, wof\u00fcr ich mich entschieden habe. Logisch, ich habe die H\u00fctte genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Tipp an alle, die hier \u00fcbernachten wollen: nehmt euren eigenen Schlafsack als Bettbezug. \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Bulgarien-Berg.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Bulgarien-Berg-1024x577.jpg\" alt=\"Bulgarien-Berg\" class=\"wp-image-641\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>So, morgen kommt Mutti mit wertvoller Fracht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz des \u00c4rgers \u00fcber den Campingplatz von letzter Nacht ist meine Meinung gegen\u00fcber den Serben ungebrochen gut. Schwarze Schafe gibt es schlie\u00dflich \u00fcberall und 99,99 Prozent der Serben, die ich getroffen habe, waren gro\u00dfartig. Und so sollte auch der Grenz\u00fcbertritt wieder eine lustige Angelegenheit werden. Obwohl die Stra\u00dfe gestern Abend extrem voll war und gerade &#8230; <span class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/08\/29\/etappe-pirot-sofia\/\">Klickst Du hier<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,14,6,10,12,17],"tags":[],"class_list":{"0":"entry","1":"post","2":"publish","3":"author-christian","4":"post-911","6":"format-standard","7":"category-allgemein","8":"category-bulgarien","9":"category-campingplaetze","10":"category-land-leute","11":"category-route","12":"category-serbien"},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=911"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/911\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1028,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/911\/revisions\/1028"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}