{"id":866,"date":"2014-08-17T11:25:50","date_gmt":"2014-08-17T09:25:50","guid":{"rendered":"https:\/\/chriscovery.de\/?p=866"},"modified":"2023-07-10T14:17:34","modified_gmt":"2023-07-10T12:17:34","slug":"etappe-feketic-novi-sad-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/08\/17\/etappe-feketic-novi-sad-teil-1\/","title":{"rendered":"Etappe Feketi\u0107 -Novi Sad (Teil 1)"},"content":{"rendered":"\n<p>Als ich Micha verlie\u00df, gab der mir noch einige gut gemeinte Hinweise zu Serbien mit auf den Weg. Sein eindringlichster war, <em>halt dich von Novi Sad fern. Radel durch, verbring aber nicht mehr Zeit als n\u00f6tig dort<\/em>. Die Menschen dort waren ihm nicht ganz lieb, das konnte ich merken. Aber es kamen auch Tipps wie, <em>Pass gut auf dein Rad auf<\/em> und J<em>e weiter du nach Serbien hineinkommst, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Gefahr, dass du an einen Verbrecher ger\u00e4tst<\/em>. Meine Bef\u00fcrchtung, eventuell meine eigene Polizeikontrolle durchstehen zu m\u00fcssen, wischte er jedoch symbolisch aus der Luft und meinte, <em>was sollen die denn von dir wollen?<\/em> Nein, da br\u00e4uchte ich mir keine Sorgen machen.<br>Also radelte ich viel zu sp\u00e4t an diesem Tag los, meinem eigentlich f\u00fcr gestern geplanten Etappenziel Novi Sad entgegen. Ein kurzer Blick in die App verriet mir, dass der dort gelegene Campingplatz deutlich hinter der Stadt liegen sollte und so konnte ich ganz nebenbei noch Michas Tipp wahrnehmen, mich dort nicht gro\u00df aufzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Strecke war hier immer noch haupts\u00e4chlich von \u00c4ckern gepr\u00e4gt und die wenigen D\u00f6rfer entlang des Weges lagen oftmals 15, 20 Kilometer auseinander. Hatte ich am Anfang noch gedacht, meine Karte w\u00e4re sehr grob, zeigte sich schnell, dass wirklich fast jedes Dorf eingezeichnet war. Es gab einfach nicht mehr. Allerdings klappte die Lebensmittelversorgung entgegen allen Bef\u00fcrchtungen auch hier tadellos und die Stra\u00dfen waren in einem besseren Gesamtzustand als die ungarischen. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und \u00fcberhaupt ist der Serbe im Allgemeinen scheinbar kein offensiver Fahrer. Einzige Ausnahme bilden da leider Busfahrer. Sie scheinen einen Heidenspa\u00df daran zu haben, ihren Koloss m\u00f6glichst dicht an Radlern vorbeizusteuern. Ich schwor mir mehrmals, sollte ich mal einen von denen ungedeckt von seinem Lenkrad erwischen, bekommt der aber so was von einer Bunkerschelle, dass er sich nie wieder auch nur \u00fcberhaupt einem Rad n\u00e4hert! Nat\u00fcrlich w\u00e4re ich daf\u00fcr viel zu feige, aber man wird ihnen ja seinen Frust auch einmal hinterher br\u00fcllen d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst die n\u00e4chste Polizeistreife nach einer Stunde Fahrt blickte zwar sehr neugierig, aber keinesfalls interessiert an eventuellen Verst\u00f6\u00dfen. Und so radelte ich gelassen meiner ersten richtigen serbischen Stadt entgegen. Mit Michas Vorwarnungen im Hinterkopf entdeckte ich in Novi Sad auch gleich vermeintliche Gefahrenherde. Der Verkehr war dichter, die Leute gehetzter, die Informationsflut in Form von Schildern und Leuchtanzeigen gewaltig. Eben eine ganz normale Stadt. Aber keine offensichtlichen M\u00f6rder, Diebe oder Drogenh\u00e4ndler. Nein, eigentlich war hier alles sogar recht ordentlich und die Fassaden der H\u00e4user waren auch in gutem Zustand. Hier gab es kaum einen Unterschied zu Pecs in Ungarn oder Lutherstadt Wittenberg bei uns. Nichts mehr mit Kulturschock und schreiender Armut. Meinte Micha vielleicht doch eine andere Stadt? N\u00f6, Serbien hat tats\u00e4chlich nur dieses eine Novi Sad. Also folgte ich den Wegweisern zum <em>City Beach<\/em> und neben einigen recht coolen Locations f\u00fcr Sport, Futter und Bes\u00e4ufnisse fand ich auch sogleich den Donauradweg und ein freies st\u00e4dtisches WLAN. Wahnsinn, Internet haben die hier auch schon&#8230;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Novi-Sad.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Novi-Sad-900x507.jpg\" alt=\"Novi-Sad\" class=\"wp-image-541\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Jetzt viel entspannter lie\u00df ich meinen Blick \u00fcber die zum Ende des Kosovokrieges arg in Mitleidenschaft gezogene Stadt schweifen. Aber die Serben waren schnell. Bis auf ein paar verwaiste Br\u00fcckenpfeiler in der Donau war die Stadt in einen sehr sch\u00f6nen Zustand. Auf die Parkbank neben meiner setze sich eine \u00e4ltere Dame und fing auch gleich ein sehr lockeres Gespr\u00e4ch an. Hmm, von Gefahr war hier wirklich nichts zu sp\u00fcren. Okay, offensichtlich gibt es hier die gleichen Vorurteile wie auch bei uns gegen andere Regionen. Novi Sad ist jedenfalls nicht Gomorrha. Aber daf\u00fcr war ich jetzt wieder auf dem Donauradweg und diesem, so beschloss ich jetzt, werde ich von nun an auch ganz brav folgen. Dieses Vorhaben stellt sich in Serbien allerdings als nicht ganz so leicht wie in Ungarn heraus. Es gibt zwar viele Schilder, die sind aber oftmals so unm\u00f6glich angebracht, dass man sie sehr schlecht sieht. Als Solofahrer ist man also zum langsam fahren verdammt und das ist auf Grund fehlender Radweg oftmals nicht ganz gefahrlos. Besonders Busfahrern bietet man nun ein besonders sch\u00f6nes Ziel&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"578\" data-id=\"867\" src=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3570-1024x578.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-867\" srcset=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3570-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3570-300x169.jpg 300w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3570-768x433.jpg 768w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3570-1536x866.jpg 1536w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3570-2048x1155.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"578\" data-id=\"868\" src=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3572-1024x578.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-868\" srcset=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3572-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3572-300x169.jpg 300w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3572-768x433.jpg 768w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3572-1536x866.jpg 1536w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3572-2048x1155.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Die Donau macht kurz hinter Novi Sad einen Knick und kommt wenige Kilometer dahinter wieder zur\u00fcck. Dieser Knick ist aber auf Grund fehlender asphalttechnischer Infrastruktur von Donauradweg ausgeschlossen und so muss man eine Br\u00fccken\u00fcberquerung und anschlie\u00dfend einen anst\u00e4ndigen Anstieg in Kauf nehmen, bekommt daf\u00fcr aber zur Belohnung einen wundersch\u00f6nen Blick auf die unber\u00fchrte Natur des Knies. Bei der \u00dcberquerung der Br\u00fccke traf ich ein junges Paar, die sich witziger Weise nach anf\u00e4nglich komplizierten Kontakversuchen auf Englisch als Deutsche herausstellten. Auch wenn mir hier jeder Kellner meine Nationalit\u00e4t scheinbar an der Nasenspitze ansieht, zumindest bei meinen eigenen Landsleuten scheine ich nicht auf Anhieb als einer der ihren begriffen zu werden. Gut so!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Novi-Sad-4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Novi-Sad-4.jpg\" alt=\"Novi-Sad-4\" class=\"wp-image-544\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Aber trotzdem staunte ich nicht schlecht, denn was treibt ein junges Paar ausgerechnet nach Serbien und dann noch nach Novi Sad? Eine sch\u00f6ne Stadt, ohne Frage, aber was mit den coolen St\u00e4dten wie Paris, London, Rom oder Barcelona passiert? Ich dachte, ich w\u00e4re mit meiner Neugier auf Serbien so ziemlich allein auf der Welt. N\u00f6, sagten sie. Sie wohnen in Belgrad in einem Hostel und unternehmen von dort eine Tour zu allen m\u00f6glichen Enden des Landes. Heute ist eben Novi Sad dran, und am Donnerstag das <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AJM7XdKxmXQ&amp;app=desktop\">Trompetenfestival in Guca<\/a>, mitten in den serbischen Bergen. Und nochmal nein, so exotisch ist Serbien gar nicht, sondern prim\u00e4r recht g\u00fcnstig und sogar ziemlich sch\u00f6n. Gut, da fehlten mir dann aber tats\u00e4chlich auch die Gegenargumente&#8230; Zwar war es landschaftlich bis Novi Sad nicht sehr anspruchsvoll, aber bereits von der Donaubr\u00fccke aus konnte ich sehen, dass in den n\u00e4chsten Tagen so einiges auf meine Waden zukommen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem tollen Gespr\u00e4ch machte ich mich wieder auf den Weg, um den von meinem Campingplatzf\u00fchrer angepriesenen <em>Naturcampingplatz<\/em> zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dieser wieder ein paar sehr unverhoffte Erfahrungen mit sich brachte, werde ich euch beim n\u00e4chsten Mal erz\u00e4hlen. Ihr werdet unglaublich coole Menschen kennenlernen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich Micha verlie\u00df, gab der mir noch einige gut gemeinte Hinweise zu Serbien mit auf den Weg. Sein eindringlichster war, halt dich von Novi Sad fern. Radel durch, verbring aber nicht mehr Zeit als n\u00f6tig dort. Die Menschen dort waren ihm nicht ganz lieb, das konnte ich merken. Aber es kamen auch Tipps wie, &#8230; <span class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/08\/17\/etappe-feketic-novi-sad-teil-1\/\">Klickst Du hier<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":869,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,4,10,12,17],"tags":[],"class_list":{"0":"entry","1":"post","2":"publish","3":"author-christian","4":"post-866","6":"format-standard","7":"has-post-thumbnail","8":"category-allgemein","9":"category-andere-reisende","10":"category-land-leute","11":"category-route","12":"category-serbien"},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/100_3571-scaled.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/866","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=866"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/866\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1009,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/866\/revisions\/1009"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/869"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=866"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=866"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=866"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}