{"id":772,"date":"2014-08-03T10:06:31","date_gmt":"2014-08-03T08:06:31","guid":{"rendered":"https:\/\/chriscovery.de\/?p=772"},"modified":"2023-07-10T12:44:33","modified_gmt":"2023-07-10T10:44:33","slug":"etappe-gyor-komarom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/08\/03\/etappe-gyor-komarom\/","title":{"rendered":"Etappe Gy\u0151r &#8211; Kom\u00e1rom"},"content":{"rendered":"\n<p>Obwohl die Etappe nicht so lang war, bin ich leider erst recht sp\u00e4t in Gy\u0151r eingetroffen. Ich habe mir also am \u00f6ffentlichen WiFi (zu finden in fast jedem Dorf) noch schnell einen passenden Campingplatz gesucht und mich dann das erste Mal vom Tablet dorthin navigieren lassen. Wie so oft, liegen die Gegens\u00e4tze in Ungarn oftmals zwischen zwei Stadtteilen. Eben bist du noch ein einer liebevoll restaurierten Altstadt und im n\u00e4chsten Moment sieht alles so aus, als ob die Uhr in den fr\u00fchen 50igern stehen geblieben ist. Allerdings durchaus sehr charmant.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Altst\u00e4dte sind auf Tourismus getrimmt, ohne Frage, aber sobald man den Fu\u00df in die nicht so privilegierten Ecken setzt, \u00e4ndert sich auch der Charme der Menschen. Im Zentrum sind sie freundlich zu dir, weil sie m\u00f6chten, dass du bei ihnen isst, schl\u00e4fst oder irgendwelchen Kram kaufst. Au\u00dferhalb sind sie freundlich zu dir, weil sie einfach ein kompromisslos freundliches Volk sind, die Ungarn.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach meiner letzten Nacht in Bratislava erreichte ich heute einen Campingplatz, der kontrastreicher nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Gef\u00fchrt von einem netten \u00e4lteren Ehepaar, in einem wunderbaren Zustand und mit super sauberer Sanit\u00e4ranlage, einem Pool und sogar einem kleinen Fischteich f\u00fcr angelnde Camper. Ein wahrer Luxuscampingplatz! Einziges Problem, ich war fast allein dort. Nun dachte ich mir nicht sehr viel dabei, lag er doch vielleicht wirklich etwas ab vom Schuss und somit genoss ich einfach die Ruhe und vielleicht auch ein bisschen die Einsamkeit fernab von M\u00e4usen und unter dem Zaun wohnenden Menschen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/AllmorgentlichesChaos_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/AllmorgentlichesChaos_resized.jpg\" alt=\"AllmorgentlichesChaos_resized\" class=\"wp-image-436\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am interessantesten fand ich jedoch das Gef\u00fchl, das bis zum letzten ungarischen Meter anhalten sollte: das unglaubliche Gef\u00fchl von absoluter Sicherheit. <br>Nach einer herzlichen Verabschiedung durch meine und von meinen Gastgebern verlie\u00df ich am n\u00e4chsten Morgen Gy\u0151r mit einem guten Gef\u00fchl im Bauch. Kr\u00e4ftiges verfahren inklusive. So musste ich abweichend vom Donauradweg einer ziemlich verkehrsreichen Stra\u00dfe folgen, um nach knapp 20 Kilometern wieder auf den urspr\u00fcnglichen Radweg zur\u00fcckzukommen. Bei einer kurzen Pause etwas abseits der Stra\u00dfe konnte ich das erste Mal eine nicht so sch\u00f6ne Seite Ungarns kennenlernen. So werfen scheinbar viele Menschen ihren M\u00fcll gern in die herrliche Landschaft. Eine saubl\u00f6de Unart, wenn ihr mich fragt. Der Rest der Tour verlief dann fast unspektakul\u00e4r. Mein Reiseradgeber schlug mir vor, noch schnell am Nationalgest\u00fct in B\u00e1blona vorbeizufahren und das machte ich dann auch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"578\" src=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/BablonaNationalgestuet-scaled-e1679785588119-1024x578.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-773\" srcset=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/BablonaNationalgestuet-scaled-e1679785588119-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/BablonaNationalgestuet-scaled-e1679785588119-300x169.jpg 300w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/BablonaNationalgestuet-scaled-e1679785588119-768x433.jpg 768w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/BablonaNationalgestuet-scaled-e1679785588119-1536x866.jpg 1536w, https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/BablonaNationalgestuet-scaled-e1679785588119.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein wundersch\u00f6ner Ort, auch wenn hier ebenfalls nicht sehr viel los war. Einige Reiseradler, die scheinbar ebenfalls dem Ra(d)tgeber gefolgt waren, aber sonst war es menschenleer. Das war das erste Mal, dass ich mich fragte, warum Ungarn von den Touris scheinbar so vernachl\u00e4ssigt wird? Es sollte bis nach Budapest, wo ich des R\u00e4tsels L\u00f6sung fand, nicht das letzte Mal sein. Denn auch in Kom\u00e1rom, einen tollem Festungsst\u00e4dtchen direkt an der Donau, war die vorherrschende Stimmung eher gedr\u00fcckt und nur sehr wenige Menschen waren auf den Stra\u00dfen zu sehen. Und das trotz des wundervollen Wetters und dem direkt bevorstehenden Wochenende.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wenig au\u00dferhalb Kom\u00e1roms fand ich einen Campingplatz und war das erste Mal seit Beginn der Reise mit dem Zeltaufbau vor 18:00 Uhr fertig. Ein See, ein gro\u00dfes Schwimmbad, Wifi und Strom ohne Ende. Alles da was das Herz begehrte, nur eben wenig andere Camper. Also platzierte ich mich so, dass ich auf eine gr\u00f6\u00dfere Ansammlung Zelte mit einem Pavillon in der Mitte sehen konnte, das versprach wenigstens ein bisschen menschliche N\u00e4he. Das ich nat\u00fcrlich wieder ein etwas ungl\u00fcckliches H\u00e4ndchen mit meiner Platzwahl hatte, brauche ich nicht zu erw\u00e4hnen. Denn diese Zeltburg erwies sich als ungarische Hochzeit, die jetzt erst richtig in Fahrt kommen sollte. Inklusive eigenem DJ und scheinbar unersch\u00f6pflichen Mengen von Alkohol. So vergingen auch kaum 20 Minuten, bis ein etwas dicklicher Ungar auf mich zugestiefelt kam und mich fragte, ob es ein Problem f\u00fcr mich sei, wenn sie dort dr\u00fcben ihre Hochzeit feiern. Nee! Nat\u00fcrlich nicht. Was konnten sie daf\u00fcr, dass ich mir auf einem 10 ha gro\u00dfen Areal ausgerechnet den Platz aussuche, der von der Hochzeitsgesellschaft belegt war. Au\u00dferdem versprach das schon spannend zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aussage brachte mir eine herzliche Umarmung ein und somit konnte mich selbst ein deutscher Radler, der mit seiner gesamten Familie auf dem Weg von Passau nach Budapest war, nicht umstimmen meinen Platz zu wechseln. Das musste ich sehen!!! Und so viel ist klar, auch wenn ich mich nicht heimlich dazu gemogelt habe, feiern k\u00f6nnen sie, die Ungarn.<\/p>\n\n\n\n<p>Der DJ wurde erst um halb vier m\u00fcde, lange nachdem die meisten G\u00e4ste bereits volltrunken in ihren Zelten verschwunden waren. Und bis dahin war es eine interessante Abwechslung aus Musik, scheinbar sehr lustigen Spielen und auch sehr emotional anmutenden Ges\u00e4ngen. Irgendwie eine Mischung aus traditionellen Br\u00e4uchen und moderner Unterhaltung. Vielleicht sollte ich irgendwann in der Zukunft mal einen Ungarischkurs belegen. W\u00e4re hier nicht die wirklich problematische Sprachbarriere gewesen, ich h\u00e4tte mich gern auf ein Bier dazugesetzt. So musste ich leider in der Rolle des stillen Beobachters verweilen&#8230; aber war auch so schon sch\u00f6n. \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens gab es keine Einschlafprobleme. Ab halb 12 drosselten sie die Anlage und drehten nur noch bei besonderen ungarischen Schlagern richtig auf. Die hab ich aber meistens verpennt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/komische-Ente.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/komische-Ente.jpg\" alt=\"komische Ente\" class=\"wp-image-442\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl die Etappe nicht so lang war, bin ich leider erst recht sp\u00e4t in Gy\u0151r eingetroffen. 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