{"id":770,"date":"2014-08-01T19:01:15","date_gmt":"2014-08-01T17:01:15","guid":{"rendered":"https:\/\/chriscovery.de\/?p=770"},"modified":"2023-07-10T12:27:45","modified_gmt":"2023-07-10T10:27:45","slug":"etappe-bratislava-gyor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/08\/01\/etappe-bratislava-gyor\/","title":{"rendered":"Etappe Bratislava &#8211; Gy\u0151r"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nur noch schnell ans Fahrrad ketten, die Maus wegsperren und den Rest des Campingplatzes vor dem sicheren Tod retten<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich habe euch ja gestern ein bisschen vor dem Campingplatz in Bratislava gewarnt. Hier jetzt die Geschichte.<br>Ich kam durch meine Verliebtheit relativ sp\u00e4t dort an und musste leider feststellen, dass die Rezeption geschlossen war. Da ich mich ja st\u00e4ndig mit meinen Zeiten verhaue, kenne ich das ja schon. Also gucken, ob irgendwo noch ein Restaurant ge\u00f6ffnet hat und dort nachfragen. Es war zwar ein angek\u00fcndigter Party-Platz, aber bis auf eine kleine Bar fast am Ende des Platzes war nichts dergleichen auszumachen. Immerhin sa\u00df am Eingang ein Nachtw\u00e4chter, der allerdings weder ein Wort Deutsch noch Englisch sprach. Meine Fragen beantwortete er mit Seufzen und Schulterzucken. Ich erkl\u00e4rte ihm dann mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen, dass ich morgen fr\u00fch gleich als Erstes zu Rezeption gehen w\u00fcrde um die Anmeldung nachzuholen. Ob es ihm nun egal oder recht war, ich wei\u00df es nicht\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Suche nach einem geeigneten Untergrund traf ich ein deutsches P\u00e4rchen, mit denen ich mich \u00fcber die allgemeinen Gewohnheiten des Platzes verst\u00e4ndigte. In Deutschland ist es n\u00e4mlich \u00fcblich, sein Zelt auf ausgewiesenen Arealen zu platzieren, w\u00e4hrend das im osteurop\u00e4ischen Raum niemanden interessiert. Jedenfalls verquatschte ich so nun auch das letzte bisschen Licht. Da ich bislang nie ein gutes H\u00e4ndchen f\u00fcr sch\u00f6ne Bereiche gehabt habe, waren meine Anspr\u00fcche allerdings auch nicht sonderlich hoch. Also irgendwo schnell das Zelt aufgebaut und dann zur Rezeption in den WLAN, um noch ein bisschen meine Kontakte nach Hause zu pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei staunte ich nicht schlecht, dass pl\u00f6tzlich zwei Polizisten auf das Gel\u00e4nde kamen. Hey, ich wollte wirklich gleich morgen fr\u00fch zur Rezeption gehen! Aber sie waren kaum an mir interessiert. Beide hatten dicke Essenspakete dabei und schienen es sich im Kabuff des Nachtw\u00e4chters bequem zu machen. Erst jetzt bemerkte ich das Schild \u00fcber der T\u00fcr: <em>Police<\/em>. Campingplatz mit integrierter Polizeistation. Na wenn das nichts ist. So viel Luxus war ich nun doch nicht gewohnt. Und w\u00e4hrend ich noch dar\u00fcber sinnierte, fielen mir diverse Schilder ins Auge, dessen Wortlaut ungef\u00e4hr so ausfiel: <em>Bitte bringen Sie Ihre Fahrr\u00e4der zum Einschlie\u00dfen zu uns<\/em> oder <em>Geben Sie Ihre Wertsachen bei uns in Verwahrung<\/em>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Diebstahlsicherung.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Diebstahlsicherung.jpg\" alt=\"Diebstahlsicherung\" class=\"wp-image-405\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Sollte die Polizei also kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit sein? Ich ging mit einem unguten Gef\u00fchl zum Zelt zur\u00fcck. Alles noch da. Aber da sicher nun mal sicher ist, band ich mein Fahrrad zus\u00e4tzlich zum Schloss, auch noch mit Schnur an dem einem Ende an einen Baum und mit dem anderen an meinen Arm an. Kein wirklich wirksamer Diebstahlschutz, aber besser als nix.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun erw\u00e4hnte ich bereits, dass Zeltaufstellpl\u00e4tze finden nicht zu meinen ganz gro\u00dfen Talenten geh\u00f6rt. Aber diesmal schoss ich den Vogel endg\u00fcltig ab. Ich bin schon mit einem bl\u00f6den Gef\u00fchl ins Bett gegangen.  Und das best\u00e4tigte sich, als sich nachts um halb vier etwas unter mir zu bewegen begann. Ddurch die Plane, den Zeltboden und die Isomatte sp\u00fcrte ich kr\u00e4ftige Bewegungen. Von einem energischen Nageger\u00e4usch bin ich wach geworden. Und schlie\u00dflich hellwach wurde ich, als sich die Isomatte unter mir bewegte. Bis ich alle Zusammenh\u00e4nge realisiert hatte, war Panik das vorherrschende Gef\u00fchl. Tja, ich hatte es doch tats\u00e4chlich geschafft, mein Zelt direkt \u00fcber dem Ausgang eines M\u00e4usebaus zu platzieren. Danach war es eigentlich nur lustig. Da sich &#8222;danach&#8220; aber manchmal nicht sofort einstellt, bin ich erst einmal vors Zelt, eine rauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich jetzt erst sah: Der Zelteingang zeigte genau auf den Zaun des Platzes. Und just in dem Moment, wo ich mir die Zigarette anmache, schieben sich drei finstere Gestalten unter dem Zaun hindurch. Kurzer Augenkontakt (ich war noch im Killermodus wegen der Maus) und die drei schieben sich genauso wie sie gekommen waren wieder zur\u00fcck. Dabei war klar, wie schon vorher mit der Maus, hatte ICH mehr Angst vor ihnen, als sie vor mir. Die n\u00e4chsten drei Stunden schlief ich also relativ unruhig. Zwar hatte sich die Maus mit ihrem Stubenarrest abgefunden, aber die drei Kerle hatten einen festen Platz in meinem Unterbewusstsein eingenommen. Es blieb aber den Rest der Nacht alles ruhig. Zumindest f\u00fcr diese hatte ich die Camper um mich herum augenscheinlich gerettet.<br>Allerdings war eine weitere Nacht auf diesem Platz absolut ausgeschlossen. Ach, menno und das, wo ich mir Bratislava doch so gern n\u00e4her angeschaut h\u00e4tte. Aber da Hotels auf Grund meiner finanziellen Situation nur noch in absoluten Notf\u00e4llen in Frage kommen, musste ich Wohl oder \u00dcbel meines Weges ziehen. Was blieb, war ein letzter, sehns\u00fcchtig-verliebter Blick auf Bratislava. Dass ich beim Versuch ihren lieblichen F\u00e4ngen zu entkommen mich wieder mal herrlich verfahren habe, ist wohl \u00fcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen. Aber Umwege erweitern die Ortskenntnis, und zumindest wei\u00df ich nun, wohin in Bratislava ich nicht mehr zur\u00fcckkehren werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rest der Etappe war unspektakul\u00e4r. Man radelt auf einem richtig toll ausgebauten Dammweg in der Slowakei gen Ungarn und bekommt auch vom L\u00e4nderwechsel kaum etwas mit. Es ging so schnell, dass ich nicht einmal Fotos schie\u00dfen konnte. Das sollte ich aber am \u00fcbern\u00e4chsten Tag nachholen k\u00f6nnen. Denn f\u00fcr einen Tag kehrte ich noch einmal in die Slowakei zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber heute ging es erst einmal ins ungarische Gy\u0151r und was soll ich Euch sagen&#8230; Ich bin schon wieder frisch verliebt\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur noch schnell ans Fahrrad ketten, die Maus wegsperren und den Rest des Campingplatzes vor dem sicheren Tod retten Ich habe euch ja gestern ein bisschen vor dem Campingplatz in Bratislava gewarnt. Hier jetzt die Geschichte.Ich kam durch meine Verliebtheit relativ sp\u00e4t dort an und musste leider feststellen, dass die Rezeption geschlossen war. 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