{"id":761,"date":"2014-07-29T12:00:05","date_gmt":"2014-07-29T10:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/chriscovery.de\/?p=761"},"modified":"2023-07-10T10:32:40","modified_gmt":"2023-07-10T08:32:40","slug":"etappe-mitterretzbach-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/07\/29\/etappe-mitterretzbach-wien\/","title":{"rendered":"Etappe Mitterretzbach &#8211; Wien"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Jo mei, so sans halt&#8230; die \u00d6sis!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Wien war ich bereits im vergangenen Jahr einmal. Allerdings ist es ein gro\u00dfer Unterschied, ob man mit einem Flugzeug dorthin chauffiert und anschlie\u00dfend mit einem tollen pers\u00f6nlichen Stadtf\u00fchrer durch die Metropole geleitet wird oder ob man nach 1200 Kilometer mit eigener Muskelkraft einf\u00e4hrt. Wer Wien noch nicht kennt, sollte das dringend \u00e4ndern. Wien ist gro\u00dfartig. Es bietet neben seiner wundersch\u00f6nen (<em>und wie ich im vergangenen Jahr erfahren durfte, auch geheimnisvollen<\/em>) Altstadt viele urige Bars und Einkaufsm\u00f6glichkeiten. Man fragt sich, warum der Wiener bei diesem Angebot an Kultur, Unterhaltung und Shopping seine Stadt \u00fcberhaupt verl\u00e4sst. Au\u00dfer vielleicht zum Radfahren. Wie mir bei den Tschechen bereits aufgefallen ist, scheint der \u00d6sterreicher auch st\u00e4ndig in Bewegung zu sein. Der Weg bis nach Wien war allerdings bis auf ein paar lustige Erlebnisse wenig spektakul\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"187\" src=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Brunnen-280x420-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-187\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"164\" src=\"https:\/\/chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Aussicht_Oesterreich-280x420-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164\"\/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>So wird im Nordosten \u00d6sterreichs haupts\u00e4chlich Landwirtschaft betrieben. \u00dcberall sprie\u00dfen Sonnenblumen, R\u00fcben, Mais und dazu M\u00e4hdrescher und Traktoren aus dem Boden. Eine wahre Pracht. Traktoren scheinen das Lieblingsfortbewegungsmittel der Nieder\u00f6sterreicher zu sein. Ich verbrachte echt viel Zeit damit, mir zu \u00fcberlegen, dass die Gro\u00dfindustrie doch eine richtig gut laufende Branche sein muss. So viele Landmaschinen wie die \u00d6sterreicher (<em>und vor allem in welch bemerkenswert gutem oder nagelneuem Zustand<\/em>) besitzen, empfehle ich, dass sie im n\u00e4chsten Kriegsfall damit antreten sollten. Sozusagen der totale M\u00e4hdrescherkrieg! Wollt ihr die totale Ernte? Daf\u00fcr w\u00e4re der Nieder\u00f6sterreicher sicher zu haben. Aber eins kann man ihnen nun absolut nicht absprechen: sie sind unglaublich herzlich und, anders als ich es erwartet h\u00e4tte, richtig offen. L\u00e4sst man sich auf das Wagnis einer Unterhaltung ein, wird man zwar in einer sonderbaren Sprache, aber fast in jedem Fall mit einem tollen Gespr\u00e4ch belohnt. Ich durfte mehrfach die Fragen nach meinem Weg und Ziel beantworten und erntete daf\u00fcr meist die gleichen ungl\u00e4ubigen Blicke wie zuvor in Deutschland und Tschechien.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Felder.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.chriscovery.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Felder.jpg\" alt=\"Felder\" class=\"wp-image-365\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nur an einer Kleinigkeit sollten sie noch feilen, die \u00d6sis: an ihrer ziemlich seltsamen Art Tipps zu geben. So erwischte mich in einem kleinen Dorf ein alter Mann beim Supermarktw\u00fcrstchen futtern. Ich stand versteckt in einer Ecke, als er mir ungefragt riet, dazu unbedingt eine Semmel zu vertilgen! <em>So schmeckens halt besser<\/em>. Leute, ich hab echt nicht verstanden, was er mir damit sagen wollte. Ich sagte ihm also, dass ich des \u00f6sterreichischen Dialekts nicht wirklich m\u00e4chtig sei und bat ihn, es zu wiederholen. Damit verlangsamte er zwar die Geschwindigkeit der Aussprache, nicht ohne vorher die Lautst\u00e4rke erheblich zu erh\u00f6hen, aber der Wortlaut blieb exakt der Gleiche. Von ca. 30 W\u00f6rtern konnte ich wirklich nur &#8222;<em>mit Semmel<\/em>&#8220; und &#8222;besser&#8220; herausfiltern. Als ich dann die Augenbrauen verstehend anhob und ihn fragte &#8222;<em>mit Br\u00f6tchen sind sie besser?<\/em>&#8220; grunzte er nur zufrieden und zog seines Weges. So startete der Tag doch gut, wo steht\u2019s jetzt mei Trecker?<\/p>\n\n\n\n<p>In einer kleinen Stadt ca. 25 Kilometer vor Wien fragte ich eine Einheimische nach dem schnellsten Weg in die Stadt. Ich hatte mich wiedermal hoffnungslos verfahren. Die dann kommende Antwort machte selbst mich sprachlos. Sie zeigte die Stra\u00dfe runter auf ein gro\u00dfes Geb\u00e4ude und sagte v\u00f6llig alternativlos und keinesfalls eine Widerrede hinnehmend: <em>Joa mit da Bahn<\/em>! Nicht wirklich hilfreich, aber in jedem Fall sehr am\u00fcsant. Da ich die letzten drei Stunden genau an jener Strecke entlang gefahren bin, erschien mir das sogar verlockend. Aber nein! Ich wollte ja aus eigener Kraft dorthin kommen. Aber zumindest so hilfreich war die Info, dass ich nun wusste, die Bahn f\u00e4hrt bis nach Wien. Da kann ich ihr also auch weiterfolgen. (<em>Vielleicht meinte sie das sogar und ich hab es blo\u00df nicht kapiert&#8230;<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>Und tats\u00e4chlich. Nach wenigen Kilometern stand ein Schild, das auf den Donauradweg verwies. Das war mehr als die halbe Miete! Denn so viel wusste ich: hast du erst mal den Donauradweg gefunden, stehen die Chancen nach Wien zu kommen, bei nahezu 50 Prozent. Und richtig. Einmal an der Donau lief alles wie geschmiert. Ein breiter Asphaltweg mit vielen Schildern, gro\u00dfz\u00fcgig beschriftet. Ein Verfahren schien hier fast unm\u00f6glich. Warum die Wiener den Landstrich zwischen der neuen und der alten Donau als Insel bezeichnen und ihr nicht lieber das eigene Stadtrecht verleihen, ist mir r\u00e4tselhaft. Das Ding ist riesig. Und auf ihr f\u00fchren an den meisten Stellen nicht ein oder zwei, sondern drei Radwege den geneigten Radler oder Jogger \u00fcber die Insel.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei meinen knallharten Recherchen am Samstag hatte ich mich in die Thematik &#8222;<em>Campen in Wien<\/em>&#8220; eingearbeitet. Und bin dabei auf mindestens 4 Campingpl\u00e4tze gesto\u00dfen. Unter anderem bildete ich mir sogar ein, von einem Platz direkt auf der Insel gelesen zu haben. Diesen Irrtum konnte ich leider erst nach 2 Stunden herumirren auf dem Atoll korrigieren. Nein, es gibt ihn nicht, diesen sagenhaften Atlantiscampingplatz. Die Bezeichnung lautet vielmehr &#8222;direkt an der Insel&#8220;. AN, nicht AUF. Das bringt mich zu zwei lebenswichtigen Erkenntnissen: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil und wer fragt, dem wird geholfen. Ein freundliches P\u00e4rchen machte mich auf meinen Fauxpas aufmerksam und beschrieb mir den Weg supergenau. Auf diese Spie\u00dfertour ging es nat\u00fcrlich viel schneller. \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Der Campingplatz <em>an<\/em> der neuen Donau ist ein wahres Eldorado f\u00fcr neugierige Typen wie mich. Radler aus der ganzen Welt scheinen sich hier zu versammeln und von hieraus ihre Tour entlang der Donau zu planen. Meist geht es von Wien aus in Richtung Deutschland, aber ein paar wenige fahren, so wie ich, in die andere Richtung. In Budapest ist f\u00fcr die meisten dann allerdings Feierabend. Ich hingegen werde der Donau noch mindestens bis nach Belgrad folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jo mei, so sans halt&#8230; die \u00d6sis! In Wien war ich bereits im vergangenen Jahr einmal. 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Wer Wien noch nicht &#8230; <span class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/2014\/07\/29\/etappe-mitterretzbach-wien\/\">Klickst Du hier<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,5,10,16,12],"tags":[],"class_list":{"0":"entry","1":"post","2":"publish","3":"author-christian","4":"post-761","6":"format-standard","7":"category-allgemein","8":"category-ausruestung","9":"category-land-leute","10":"category-oesterreich","11":"category-route"},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/761","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=761"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/761\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":973,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/761\/revisions\/973"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chriscovery.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}